Solarzellen über Apfelbäumen: Erste vielversprechende Ergebnisse in Slowenien
Ein von der Schweiz unterstütztes Pilotprojekt in Slowenien zeigt, dass die gleichzeitige Produktion von Lebensmitteln und Solarstrom möglich ist. Nach einer ersten Betriebssaison sind die Ergebnisse dieser Agriphotovoltaik-Anlage ermutigend und eröffnen neue Perspektiven für die Erzeugung erneuerbarer Energie.

Im Rahmen des zweiten Schweizer Beitrags zugunsten bestimmter EU-Mitgliedstaaten unterstützt die Schweiz in Slowenien bis 2029 ein Programm für Energieeffizienz und erneuerbare Energien mit 16 Millionen Schweizer Franken. Zu den finanzierten Projekten gehört eine innovative Initiative im Bereich der Agriphotovoltaik, einem Ansatz, der es ermöglicht, auf ein und derselben Fläche gleichzeitig Solarstrom und landwirtschaftliche Erzeugnisse zu produzieren.
Die erste slowenische Pilotanlage wurde 2025 im Versuchsobstgarten des Slowenischen Landwirtschaftsinstituts (KIS) in Brdo pri Lukovici errichtet. Dieses vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energie (MOPE) durchgeführte Projekt ermöglicht es, unter realen Bedingungen zu testen, wie sich dieser Ansatz in einen landwirtschaftlichen Betrieb integrieren lässt, ohne dessen Produktion und Aktivitäten zu beeinträchtigen.
Ermutigende Ergebnisse nach der ersten Saison
Erste Beobachtungen zeigen, dass die Installation keinen signifikanten Einfluss auf die Gesamtqualität der Äpfel hatte – im Vergleich zu denjenigen, die ohne Paneele angebaut werden. Es wurden ein paar geringfügige Unterschiede festgestellt, insbesondere ein moderater Rückgang des Zuckergehalts und der Farbintensität der Früchte in den am stärksten beschatteten Bereichen.
Diese Ergebnisse zeigen, dass es möglich ist, Solarenergie zu erzeugen, ohne die landwirtschaftlichen Erträge zu verringern, und so zur Energiewende beizutragen.
Im Rahmen des Projekts wurde zudem ein automatisiertes Überwachungssystem eingerichtet, das Niederschlag, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Bodenbedingungen misst. Diese Daten werden ein besseres Verständnis der Auswirkungen dieses Ansatzes auf das Mikroklima und die Kulturen ermöglichen.
Erkenntnisse für die weitere Programmgestaltung
Die ersten Beobachtungen haben zudem einige praktische Herausforderungen aufgezeigt, wie beispielsweise Erosionserscheinungen durch abfliessendes Wasser von den Paneelen. Diese Aspekte müssen bei der Planung künftiger Anlagen berücksichtigt werden.
Über diesen Pilotstandort hinaus bestätigen die Ergebnisse das Potenzial der Agriphotovoltaik in Slowenien auf verschiedenen Arten von landwirtschaftlichen Flächen, insbesondere auf Dauergrünland, Ackerland und bei bestimmten Kulturen wie Beeren, Hopfen und der Weinrebe. Es sind weitere Versuche erforderlich, um diesen Ansatz an die unterschiedlichen landwirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen.
Ein Erfahrungs- und Datenaustausch mit Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für Agrarforschung, ist geplant. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, den Austausch von Daten zu den wissenschaftlichen Ergebnissen von Agriphotovoltaik-Anlagen bei verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen zu erleichtern. Diese Partnerschaft zwischen Schweizer und slowenischen Institutionen wird ein konkretes Anschauungsbeispiel des beiderseitigen Nutzens des Schweizer Beitrags sein.
Mit der Unterstützung dieses Projekts trägt die Schweiz dazu bei, konkrete Lösungen für eine nachhaltige Energiewende zu entwickeln, die die Erzeugung erneuerbarer Energie mit der Nutzung landwirtschaftlicher Flächen in Einklang bringt.
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